Jupiter-Figur eines Synagogen-Leuchters
Reproduction
InventarnummerLg. 75515
TitelJupiter-Figur eines Synagogen-Leuchters
ObjektbezeichnungLeuchter
EntstehungsortNürnberg
Datum 1600-01-01 - 1699-12-31
Entstehungszeitraum17. Jahrhundert
MaterialMessing
Format
Figur Höhe: 34 cm
Figur Höhe: 13.5 cm
Breite: 12.8 cm
Tiefe: 9.5 cm
Figur Höhe: 13.5 cm
Breite: 12.8 cm
Tiefe: 9.5 cm
BeschreibungDie an einem Rundstab sitzende, nur mit einem Lendenschurz bekleidete Figur aus Messingguss sitzt in reitender Haltung. In ihrer Rechten hält sie ein Blitzbündel. Das ursprünglich in der linken Hand getragene Zepter und der Adler fehlen. Theodor Harburger erwähnte in seiner Beschreibung der Synagogen-Leuchter von Heidingsfeld die Figur: „Bei einem von ihnen ist von besonderem Interesse, dass ein blitzschleudernder Zeus, der auf einem Adler reitet, dargestellt ist.“
Auch in anderen Synagogen wie der Prager Altneuschul und jenen von Veitshöchheim und Worms befanden sich Kronleuchter mit der bekrönenden Darstellung des auf einem Adler reitenden Jupiter mit dem Blitzbündel. Die Prager Jupiter-Figur entstammt der gleichen Gussform wie die vorliegende und auch bei ihr fehlen der Adler und das Zepter in der linken Hand. Die auf antike Vorbilder zurückgehende Darstellung findet sich häufig auf Kronleuchtern Nürnberger Herkunft, die vor allem in Kirchen Verwendung fanden. Für eine Synagoge stellt sich mit dieser Darstellung jedoch das Problem der Präsentation eines menschlichen Antlitzes, das gegen das Bildverbot verstößt, und darüber hinaus verkörpert die Darstellung einen anderen Gott. Der Umgang damit war aber offensichtlich ein recht pragmatischer. In Prag, Worms und wohl auch in Heidingsfeld wurden die Zepter entfernt, um so den Herrschercharakter der Figur zu beseitigen.
In Heidingsfeld war das Gesicht auf Fotografien von 1929 durch eine Quaste, unter der die Flügel des Adlers hervortraten, verhüllt.
Die verschiedenen Maßnahmen, die Jupiter-Figur mit dem Bildverbot in Einklang zu bringen, gehen auf verschiedene Anweisungen gegen die Übertretung des Bildverbots zurück. Das Mischna-Traktat „Avado Sara“ betont, dass menschliche Darstellungen dann verboten seien, wenn sie einen Stab in der Hand hielten. Offensichtlich wurde davon ausgegangen, dass Stab oder Zepter die menschliche Figur verehrungswürdig machen würden und damit die Gefahr der Götterverehrung bestünde.
Als im ausgehenden 18. Jahrhundert Tora-Schilder mit den Darstellungen von Moses und Aron populär wurden, empfahl 1810 der Preußburger Rabbiner Moses Sofer (1762-1839), die Nasenspitzen der Figuren wegzufeilen, um sie so zu entpersönlichen und der Gefahr der Idolatrie zu entgehen.
Auch in anderen Synagogen wie der Prager Altneuschul und jenen von Veitshöchheim und Worms befanden sich Kronleuchter mit der bekrönenden Darstellung des auf einem Adler reitenden Jupiter mit dem Blitzbündel. Die Prager Jupiter-Figur entstammt der gleichen Gussform wie die vorliegende und auch bei ihr fehlen der Adler und das Zepter in der linken Hand. Die auf antike Vorbilder zurückgehende Darstellung findet sich häufig auf Kronleuchtern Nürnberger Herkunft, die vor allem in Kirchen Verwendung fanden. Für eine Synagoge stellt sich mit dieser Darstellung jedoch das Problem der Präsentation eines menschlichen Antlitzes, das gegen das Bildverbot verstößt, und darüber hinaus verkörpert die Darstellung einen anderen Gott. Der Umgang damit war aber offensichtlich ein recht pragmatischer. In Prag, Worms und wohl auch in Heidingsfeld wurden die Zepter entfernt, um so den Herrschercharakter der Figur zu beseitigen.
In Heidingsfeld war das Gesicht auf Fotografien von 1929 durch eine Quaste, unter der die Flügel des Adlers hervortraten, verhüllt.
Die verschiedenen Maßnahmen, die Jupiter-Figur mit dem Bildverbot in Einklang zu bringen, gehen auf verschiedene Anweisungen gegen die Übertretung des Bildverbots zurück. Das Mischna-Traktat „Avado Sara“ betont, dass menschliche Darstellungen dann verboten seien, wenn sie einen Stab in der Hand hielten. Offensichtlich wurde davon ausgegangen, dass Stab oder Zepter die menschliche Figur verehrungswürdig machen würden und damit die Gefahr der Götterverehrung bestünde.
Als im ausgehenden 18. Jahrhundert Tora-Schilder mit den Darstellungen von Moses und Aron populär wurden, empfahl 1810 der Preußburger Rabbiner Moses Sofer (1762-1839), die Nasenspitzen der Figuren wegzufeilen, um sie so zu entpersönlichen und der Gefahr der Idolatrie zu entgehen.
DokumentationTheodor Harburger. Die Inventarisierung jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern.
Sieben Kisten mit jüdischem Material : Von Raub und Wiederentdeckung 1938 bis heute
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