Hausmalerkrug mit Reiterkampf-Darstellung
Reproduction



InventarnummerS. 8425
TitelHausmalerkrug mit Reiterkampf-Darstellung
ObjektbezeichnungWalzenkrug
Hersteller M. Schmid
Datum 1720 - 1730
Entstehungszeitraum1. Drittel 18. Jahrhundert
Format
Höhe: 19.2 cm
Durchmesser: 11.2 cm
Durchmesser: 11.2 cm
BeschreibungDer Krug ist in feiner Schwarzlotmalerei mit einer ausdrucksstarken Reiterkampfszene bemalt: Zwei bewaffnete Reiter sprengen von rechts heran. Im Vordergrund ein Schimmel, der in abgebrochenem Galopp den Kopf zurückwirft und die Zähne bleckt. Auf ihm sitzt ein schnauzbärtiger Orientale mit Turban, der mit seiner Rechten einen Säbel führt und nach vorne zum Hieb ausholt. Er visiert seinen Gegner an, der neben ihm auf einem Rappen vorwärts stürmt und mit einer Pistole auf ihn zielt. Dieser Reiter ist mit seinem Dreispitz, der langen Jacke mit Rockschößen und hohen Stulpenstiefeln als Europäer zu erkennen. Der orientalische Reiter ist hell gewandet, der Europäer dunkel. Damit sind die Kampfparteien nicht nur über die verschiedene Tracht sowie die Haltung der Pferde sondern auch durch die Farbigkeit von Kleidung und Pferd klar unterschieden.
Bei Berücksichtigung der Entstehungszeit des Kruges und der Gegenüberstellung von Orientale und Europäer im Reiterkampf ergibt sich fast zwangsläufig die Verbindung zu den Türkenkriegen, die Europa bis zum Sieg Prinz Eugens 1718 in Angst und Schrecken versetzt haben. Die Reiterattacke findet in einer weiten, fast kahlen Landschaft statt, die nur durch einige Büsche und zwei Baumstümpfe im Vordergrund sowie einer Hügelkette im Hintergrund angedeutet ist. Darüber spannt sich am oberen Gefäßrand ein Wolkenhimmel. Im Stamm des größeren Baumstumpfes, der die Darstellung nach links begrenzt, ist die winzige Signatur des Malers „S“ über „M“ liegend eingeritzt.
Als Bildvorlagen diente ein Schabkunstblatt von Georg Philipp Rugendas d.Ä., das vor 1722 in Augsburg erschien. Darauf ist ein Reiterkampf mit Orientalen dargestellt, allerdings in einem größeren Schlachtenzusammenhang.
Bezeichnet: „M / S“ liegend im Baumstamm links der Szene eingekratzt.
Bei Berücksichtigung der Entstehungszeit des Kruges und der Gegenüberstellung von Orientale und Europäer im Reiterkampf ergibt sich fast zwangsläufig die Verbindung zu den Türkenkriegen, die Europa bis zum Sieg Prinz Eugens 1718 in Angst und Schrecken versetzt haben. Die Reiterattacke findet in einer weiten, fast kahlen Landschaft statt, die nur durch einige Büsche und zwei Baumstümpfe im Vordergrund sowie einer Hügelkette im Hintergrund angedeutet ist. Darüber spannt sich am oberen Gefäßrand ein Wolkenhimmel. Im Stamm des größeren Baumstumpfes, der die Darstellung nach links begrenzt, ist die winzige Signatur des Malers „S“ über „M“ liegend eingeritzt.
Als Bildvorlagen diente ein Schabkunstblatt von Georg Philipp Rugendas d.Ä., das vor 1722 in Augsburg erschien. Darauf ist ein Reiterkampf mit Orientalen dargestellt, allerdings in einem größeren Schlachtenzusammenhang.
Bezeichnet: „M / S“ liegend im Baumstamm links der Szene eingekratzt.
Dokumentation
Fayencen aus Ansbach, Nürnberg, Bayreuth. Bestandskatalog des Museums für Franken.
Fayencen aus Ansbach, Nürnberg, Bayreuth. Bestandskatalog des Museums für Franken.